19
Dezember
2018
|
09:30
Europe/Amsterdam

Die Top IT-Infrastrukturthemen 2019

Massiver Fachkräftemangel schwebt wie ein Damoklesschwert über allem

Der Fachkräftemangel in Deutschland kristallisiert sich als noch deutlich dramatischer heraus als bislang angenommen: So waren im Oktober fast eine halbe Millionen Arbeitsplätze in MINT-Berufen[1] nicht besetzt, wie aktuelle Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegen. Der Branchenverband Bitkom geht von 55.000 offenen Stellen für IT-Spezialisten[2] aus. Damit hat sich die Zahl in den letzten vier Jahren verdoppelt. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass Unternehmen die Digitalisierung auf den ersten Platz ihrer Prioritätenliste setzen. Denn sie müssen die verfügbaren Kräfte effizient einsetzen und Engpässe durch den Einsatz von Technologie auffangen. Daraus leiten sich für die Experten der Konica Minolta IT Solutions GmbH folgende IT-Infrastrukturtrends ab:

  1. Infrastrukturdienste werden zunehmend ausgelagert
    Infrastruktur-Komponenten und -Plattformen wie ERP-, CRM- oder HR-Lösungen werden aufgrund des Fachkräftemangels zunehmend als Service genutzt statt inhouse betrieben. Der IT-as-a-Service-Trend genießt oberste Priorität – und das über alle Abteilungen hinweg. So werden bisher eigen gehostete Systeme von der Buchhaltung bis hin zu Personalverwaltungssystemen nicht mehr im eigenen Haus verwaltet, betrieben und gewartet, sondern als Pay-as-you-go oder Managed Services bezogen.
     
  2. Neue Geschäftsmodelle auf Basis der Cloud 
    Unternehmen müssen im Zuge der digitalen Transformation ihre Wertschöpfungskette auf den Prüfstand stellen, um weiterhin erfolgreich agieren zu können. Sie sollten deshalb definieren, wie sich ihre Wertschöpfungskette zusammensetzt und wie diese durch weitere Services ergänzt bzw. ersetzt werden kann. Dabei gilt es auch die Frage zu klären, wie Digitalisierung genutzt wird, um die eigenen Geschäftsprozesse zu beschleunigen und wie Unternehmen mit ihrer Wertschöpfung schnell auf Veränderungen im Markt reagieren können. Mit Services aus der Cloud ist eine solche schnelle Anpassung möglich, weshalb viele neue Geschäftsmodelle auf Basis der Wolke entstehen werden.
     
  3. Cloud Computing und Edge Computing verschmelzen zunehmend miteinander 
    Cloud Computing und Edge Computing werden immer öfter als komplementäre Modelle genutzt. Edge Computing, die Datenverarbeitung an der Netzwerkperipherie, bietet viele Vorteile, insbesondere durch die Vernetzung der Systeme. So erhalten Firmen über IoT-Geräte Auswertungen und können dadurch eine vorausschauende, detaillierte Planung erstellen und Ressourcenbedarf, aber auch Wartungen genau vorhersagen. Dieser Trend wirkt sich beispielsweise auch auf die Haussteuerung von Unternehmen aus, so dass Mitarbeiter beispielsweise via Smartphone die Beleuchtung an ihrem Arbeitsplatz regeln können oder sehen, welcher Shared Desktop gerade frei ist. ​
     
  4. 5G wird die digitale Zukunft von Deutschland entscheidend mitprägen
    Der Mobilfunkstandard 5G[3], der eine wesentlich schnellere drahtlose Datenübertragung ermöglicht, wird die digitale Zukunft hierzulande erheblich beeinflussen. Damit wird die Entwicklung von Robotern, Maschinen und anderen Geräten beispielsweise in der Herstellung und Logistik oder beim autonomen Fahren erheblich verbessert, denn es sind kürzere Latenzzeiten möglich. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica haben das Ziel, die dazu benötigten 5G-Funknetze ab dem Jahr 2020 hierzulande zu betreiben – vorausgesetzt sie ersteigern im Frühjahr 2019 bei der Auktion der Bundesnetzagentur die notwendigen Frequenzen. An diesen sind dann auch Firmen interessiert, die früher nicht mit dem Provider-Business in Verbindung gebracht wurden, wie beispielsweise Automobilhersteller, die diese Technologie für ihre autonomen Fahrzeuge benötigen. Dieser Trend könnte den klassischen Provider-und Carrier-Markt revolutionieren.
     
  5. Blockchain-Ansatz entwickelt sich schneller als gedacht
    Die Blockchain-Technologie rückt immer stärker ins Bewusstsein, denn diese dezentrale Datenbanktechnologie, die eine stetig wachsende Liste von Transaktionsdatensätzen vorhält, stellt die Echtheit von E-Mails, Überweisungen, Zertifikaten, Zeugnissen und sonstigen Dokumenten sicher. Auf Basis des Blockchain-Ansatzes können aber auch neue Applikationen und komplett neue Ökosysteme entwickelt werden.
     
  6. Arbeitsplatz der Zukunft – mobil, flexibel und agil
    Ortsunabhängiges, flexibles Arbeiten liegt voll im Trend und ist in Zeiten des Fachkräftemangels auch immer mehr ein Entscheidungskriterium für wechselwillige Fachkräfte. Auf diese Entwicklung müssen Unternehmen stärker als bisher reagieren, vor allem um ein attraktiver Arbeitgeber zu sein bzw. zu werden. So hat sich die Art des Zusammenarbeitens innerhalb von Unternehmen sowie der Bedarf an Infrastruktur, die dafür bereitgestellt werden muss, gewandelt. Diesen Trend haben die großen Player am Markt erkannt und bieten entsprechende Lösungen an, wie Microsoft mit Microsoft 365, Google mit ihrer G Suite sowie etliche weitere Kollaborationsplattformen.
Quellen:
[1] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fachkraeftemangel-arbeitgeber-klagen-ueber-fehlende-mint-kraefte-15909831.html
[2] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fachkraeftemangel-sorgt-fuer-Spitzengehaelter-bei-Spezialisten-4179992.html
[3] http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/5g-in-deutschland-darum-ist-der-neue-mobilfunkstandard-so-wichtig-a-1240665.html#sponfakt=1